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Probeartikel aus Texte & Kontexte 1993-2002

TEXTE & KONTEXTE Nr. 58 (2/1993, 16. Jg.) [vergriffen]
Jehoschua / Johannes

Bedenbender, A.: »Der Sündlose unter euch werfe als erster auf sie einen Stein« (Joh 8,7). Überlegungen zur Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin, ausgehend von einem Satz, der nicht so unschuldig ist, wie er tut! S. 21-48. Wörtlich verstanden, weist die Geschichte von Jesus und der Ehebrecherin eine Reihe von erstaunlichen Ungereimtheiten auf. (Das Fehlen des Ehebrechers ist nur eine davon!) Die Probleme verschwinden sämtlich bei einer allegorischen Interpretation. Zunächst sieht es freilich so aus, als sei für diesen Konsistenzgewinn ein hoher Preis zu bezahlen - enthält doch die klassische, von den Tagen Augustins bis ins 19. Jh. hinein weitverbreitete allegorische Deutung der Perikope eine eindeutig antijüdische Botschaft. Die vorliegende Auslegung zeigt jedoch, wie zwischen der Skylla der narrativen Inkohärenz und der Charybdis des Antijudaismus hindurchzusteuern ist. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 69 (1/1996, 19. Jg.) [vergriffen]
Grundworte I

Veerkamp, T.: Theologie der Schrift in Stichworten. Ein Programm für Texte & Kontexte. S. 3-26. Ein Versuch, die vielen Gestalten, die das WORT annimmt, mit dem EINEN zusammen zu hören. Einige Stichworte lassen die Synthese und die Systematik hören, die nötig ist, um bei der SACHE selbst zu bleiben. Ein programmatischer Text für das, was die Zeitschrift leisten möchte, nicht nur exegetisch, sondern auch im Blick auf die politische Orientierung unseres Handelns für den schalom der Welt. ( ganzer Artikel)

Wolff-Steger, A.: Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. S. 27-45. In der Schöpfungsgeschichte geht es nicht um den Versuch, die Entstehung der Welt zu erklären. Die Schöpfung gehört in die Geschichte Israels hinein. Gen 1 erzählt die Zuwendung Gottes und sein bedingungsloses Ja zu seiner Schöpfung: »Und siehe, es ist sehr gut!« Die universale Schöpfung von Himmel und Erde steht im Dienst der Geschichte Israels und erfährt ihren Fortgang in der partikularen Geschichte der Väter und Mütter und der Erwählung Israels. Die Trennung der Urgeschichte von der Geschichte Israels ist damit nicht biblisch. Die Aussagen zur Schöpfung bei Deutero-Jesaja zeigen die enge Verbindung vom Gott des Exodus zum Schöpfergott. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 70 (2/1996, 19. Jg.) [vergriffen]
Das Scheitern des Messianismus / Vom protestantischen Antijudaismus

Jankowski, G.: Neue Menschheit - neue Epoche - neue Welt. Betrachtungen zu Röm 7-8. S. 3-19. Es ist unter den gesellschaftlichen Bedingungen des römischen Imperiums unmöglich, nach der Tora zu leben, d.h., sie zu tun. Das ist die erschreckende Erkenntnis, die Paulus in Röm 7 darlegt. Diese Erkenntnis führt bei Paulus jedoch nicht zur Resignation. Sie aktiviert im Gegenteil die Hoffnung auf die Revolution von Gott her, die eine neue Menschheit, eine neue Epoche, eine neue Welt bringen wird. ( ganzer Artikel)

Veerkamp, T.: Das Scheitern der messianischen Bewegungen und die Entstehung des Christentums. S. 21-31. Referat auf dem Colloquium des Lehrhauses im Februar 1996. Hier wurde mit einigen kräftigen Strichen die politische Geschichte hinter den Texten jener Sammlung von Schriften, die man heute immer nur »Neues Testament« nennt, dargestellt. Anschließend wurde gezeigt, wie unterschiedlich die Versuche sind, mit der Katastrophe des judäischen Volkes im Jahre 70 zu Rande zu kommen, und wie aus ihrer Vielfalt eine neue Weltreligion, das Christentum, entsteht. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 76 (4/1997, 20. Jg.) [lieferbar]
Grundworte II: Namen

Bedenbender, A.: Biene, Fackel, Blitz. Zur Metaphorik der Namen in der Deborageschichte (Ri 4-5). S. 43-55. Der Artikel führt aus, daß die Erzählung von der Deboraschlacht höchst durchdacht komponiert ist und daß dabei insbesondere eine große Zahl von Personennamen nicht zufällig (oder aufgrund historischer Tatsächlichkeit) im Text steht. Es sind bedeutungsvolle Namen, deren Aufschlüsselung für das rechte Verständnis der Geschichte entscheidend ist. Die humorvolle wie die politische Dimension des Textes kann nur verstehen, wer sich von den Namen leiten läßt. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 81/82 (1-2/1999, 22. Jg.) [lieferbar]
Texte & Tontexte. Ton Veerkamp zum 65. Geburtstag

Veerkamp, T.: »Eine Stimme verschwebenden Schweigens« (1 Kön 19,12). S. 121-122. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 87 (3/2000, 23. Jg.) [lieferbar]
Abschied vom Messias. »Sein Blut komme über uns ...«

Veerkamp, T.: Gespenster von Jesus (Mt 14,22-33). Für Friedrich-Wilhelm Marquardt. S. 18-31. Die Text des NT verabsolutieren nicht einfach eine bestimmte Hoffnung, sie handeln auch von ihrer Anfechtung. Der Sieg Roms im Jüdischen Krieg hatte den Messias-der-nicht-eingegriffen-hatte zum Gespenst werden lassen, darum bieten die kanonischen Evangelien, wenn sie von Jesus sprechen, auch eine ganze Reihe von Gespenstergeschichten. Die Erzählung vom Seewandel Jesu in Mt 14 ist eine davon. ( ganzer Artikel)

Bedenbender, A.: »Sein Blut komme über uns ...« Überlegungen zum Passionstext Matthäus 27,1-26. S. 32-48. Gerade eine der am stärksten antijüdisch wirkenden Passagen des NT, die Pilatusszene des Matthäusevangeliums mit der sogenannten »Selbstverfluchung« oder »Selbstenterbung« Israels läßt sich auch ausgesprochen israelfreundlich deuten. Pilatus wird wesentlich kritischer gesehen als in den meisten Kommentierungen, und auch auf die Gestalten des Judas und des Jesus (!) Barabbas fällt dabei neues Licht. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 89 (1/2001, 24. Jg.) [lieferbar]
Von Heiligem und Unheiligem. Abendmahl und Antijudaismus

Andresen, D.: Drucksache oder lebendiges Wort? Über das Heilige an der »Heiligen Schrift«. S. 3-12. Der biblische Gott bestätigt nicht die Gipfelerfahrungen und Steigerungswünsche des homo religiosus. Im Gegenteil: er durchkreuzt sie. Er sabotiert jede Form der Sakralisierung des Bestehenden, wie mächtig es sich immer gebärden mag. Um das menschliche Maß wiederherzustellen, läßt er sich sogar darauf ein, die höchst unzulänglichen menschlichen Stimmen der biblischen Schreiber zu »heiligen« - nicht zum »heiligen Buch«, nicht zur »Drucksache«, sondern zum lebendigen Wort. ( ganzer Artikel)

Wulz, G.: Neuer Wein in neuen Schläuchen. 40 Jahre christlich-jüdisches Gespräch in der evangelischen Kirche. S. 39-50. In den letzten Jahren ist der Gedanke einer gezielten Judenmission im evangelischen Deutschland wieder salonfähig geworden. Offenbar gibt es in dieser Frage keinen linearen Fortschritt, vielmehr muß wohl Generation von neuem auf die Israelvergessenheit aufmerksam gemacht werden und den tief verwurzelten, immer noch wirksamen Antijudaismus erst einmal erkennen und dann auch aus der Lehre austreiben. Da gibt es kein »ein für allemal«. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 90 (2/2001, 24. Jg.) [lieferbar]
Biblische Theologie auf den Spuren von Frans H. Breukelman und Horst Dzubba

Marquardt, Fr.-W.: Horst Dzubba (19.7.1913-9.12.1978). Ein Berliner Nachbar von Frans Breukelman. S. 4-31.
Schon Anfang der 50er Jahre hatte die Biblische Theologie Breukelmans, vermittelt durch Horst Dzubba, in den Berliner Unterwegskreis Eingang gefunden. Auf persönliche Erinnerungen wie auf die Protokolle des Unterwegskreises gestützt, bietet der Autor mehreres zugleich: ein Portrait der deutschen Nachkriegszeit als einer Zeit post katastropham, dann eine Darstellung der aufregenden und für den Unterwegskreis höchst typischen Verquickung von politisch reflektierter und engagierter Existenz mit einer von Breukelman und Dzubba belehrten intensiven Arbeit am Text der Bibel - und schließlich eine höchst eigene, im Angesichts des jüdischen Volkes durchdachte Aufnahme und Weiterführung Breukelmanscher Gedanken. ( ganzer Artikel)

 

TEXTE & KONTEXTE Nr. 91/92 (3-4/2001, 24. Jg.) [lieferbar]
Apostelgeschichte I

Bedenbender, A.: Simon, Johannes und Alexander - drei Hasmonäer im Neuen Testament. S. 171-176.
Wie Simon, der Vater des Alexander und des Rufus, in Mk 15,21, so verweisen auch die in Apg 4,6 neben Hannas und Kaiphas erwähnten Gestalten Johannes und Alexander auf prominente Herrscher des Hasmonäergeschlechts. Der kurze Beitrag geht der Frage nach, was dieser zunächst so anachronistisch wirkende Bezug jeweils zu bedeuten hat. ( ganzer Artikel)

 

 

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